Ernährung - Stellenwert verschiedener Ernährungsformen bei
Patienten mit Tumorerkrankungen
Charité Universitätsmedizin Berlin / Campus Virchow-Klinikum
Ernährungsmedizin und Diätberatung,
Ärztl. Leitung: Prof. Dr. E. Steinhagen-Thiessen
Tel. (030) 450 553 778
Die Ernährung hat bei Tumorerkrankungen immer einen Stellenwert. Zwar steht sie für
die Tumorbehandlung nicht im Vordergrund, d.h. es gibt keine kurative Tumor-Diät.
Neuroendokrine Tumore sind eine heterogene Gruppe von Erkrankungen, die nach ihrer
Lokalität und Funktionalität unterteilt werden. In einigen Fällen können spezifische,
symptomatische Ernährungsanpassungen unterstützend sein.
Leben ohne Ernährung ist nicht möglich. Bedarfsgerechte Ernährung ist die
Grundbedingung für Gesundheit, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit. Unzureichende
oder Fehlernährung führt früher oder später zu gesundheitlichen Störungen oder
Krankheit.
Tumorerkrankungen können den Ernährungszustand durch Verlauf und Symptome wie
Appetitlosigkeit oder gestörtes Geschmacksempfinden erheblich beeinflussen. Notwendige
Behandlungsmethoden greifen als unerwünschte Nebenwirkung nicht nur Tumorgewebe an. Gute
Ernährung unterstützt die Zellneubildung und das Immunsystem. Wichtigstes
Ernährungsziel ist die Erhaltung der Körpermasse und/oder die Vermeidung von Fehl- und
Mangelversorgung. Damit rückt die Ernährung, bei Tumorerkrankungen in eine
wichtige Position.
Tumorerkrankungen sind gekennzeichnet durch verschiedene Phasen, die sich auf die
Ernährung direkt oder indirekt auswirken können. Die folgende Aufzählung ist nicht
chronologisch zu verstehen, zumal die Phasen parallel möglich sind.
- Tumorentstehung
- Krankheitsbewältigung
- Fehl- und Mangelernährung
- Tumorbehandlung (Chirurgie, Chemotherapie, Strahlentherapie)
- Stabiles, symptomloses oder armes Intervall zwischen Therapieabschnitten
- Organfunktionsveränderungen
- Heilung
Im folgenden werden verschiedene Ernährungsformen betrachtet, die im Verlauf
von Tumorerkrankungen zum Einsatz kommen können:
- Präventivmedizinische, gesunde Ernährung
- Ernährung bei gestörtem Essverhalten
- Bedarfsgerechte Ernährung bei Tumorerkrankungen
- Unterstützende Maßnahmen und Hilfsmittel zur Behandlung von Fehl- und
Mangelernährung
Präventivmedizinische Ernährung
Ernährung per se erfüllt eine präventive Aufgabe. Sie soll vor Mangelerscheinungen
schützen und Folgeerkrankungen durch Fehlernährung verhindern. Wichtig für den
Organismus ist die regelmäßige, zeit- und mengengerechte Versorgung mit Energie, Nähr-,
Ergänzungsstoffen und Flüssigkeit zum Erhalt seiner Funktionen.
Eine Lücke in der Energiezufuhr wird partiell aus den Körperspeichern
geschlossen. In einer inneren Hierarchie" stehen dafür zunächst Glykogen,
dann Eiweiß und mit deutlicher Verzögerung Fett zur Verfügung. Unterernährung ist eine
Folge von Mangelernährung. Sie führt immer zum Verlust eiweißhaltiger Körpermasse, der
eigentlichen Lebensmasse" (Muskeln, Organe, Blut, Enzyme, Hormone
).
Einen Eiweißspeicher" im Sinne eines Notvorrates besitzt der Organismus leider
nicht. Als Energiereverve steht nur eine kleine Menge Kohlenhydrat (Glykogen) und mehr
oder weniger Fett zur Verfügung.
Wissenschaftlich begründete Ernährungsempfehlungen sind von nationalen und
internationalen Fachgesellschaften für Ernährung und Gesundheit formuliert. (DGE, DGEM,
FAO, WHO). Die Empfehlungen betreffen verschiedene Bedarfsgruppen, Kinder, Erwachsene,
Schwangere, Alte Menschen und Risikogruppen, z.B. Raucher.
Ernährungsempfehlungen - Lebensmittelauswahl (Ernährungskreis) Folie
Der Ernährungskreis zeigt eine vielseitige, definierte Lebensmittelauswahl, die in der
Menge individuell an den täglichen Energiebedarf anzupassen ist. Die Größe der
Kreissegmente verweist auf die Relation der Lebensmittelmengen untereinander. Damit kann
der Organismus bedarfsgerecht mit Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten, Vitaminen,
Mineralstoffen, Ballaststoffen, sekundären Pflanzenstoffen und anderen Wirkstoffen
versorgt werden. Eine untere Grenze der Energiezufuhr von 1800 Kcal für Erwachse-ne
sollte dabei nicht unterschritten werden. Geringere Energiemengen stellen Ein Risiko für
ausreichende Zufuhr der Nähr- und Wirkstoffe mit den Grundlebensmitteln dar.
Nahrungsergänzung aber ist für gesunde Erwachsene meist nicht nötig. Vor allem für
Ergänzungsstoffe ist ein relativ hoher Sicherheitszuschlag in den Empfehlungen enthalten.
Für bestimmte Risikogruppen, ist eine Nahrungsergänzung unter bestimmten Voraussetzungen
empfohlen:
- Kinder, Schwangere, hochbetagte und geriatrische Patienten, Raucher;
- Menschen, die freiwillig oder erzwungen oder krankheitsbedingt über längere Zeit
kalorisch unterernährt sind.
Nahrung, Nahrungs- und Lebensmittel
Diese Überbegriffe werden regelmäßig verwendet. Nahrung wird für Essen, Lebensmitteln,
Nahrungsmitteln, Mahlzeiten gebraucht, als Ernährung" in der Fachsprache.
Folie: Mit Nahrungs- und Lebensmittel" werden Grundlebensmittel und zubereitete
Lebensmittel hinsichtlich unterschieden. Fachlich nach ihrer Ernährungsqualität, den
Anteilen und dem Mischungsverhältnis der lebenswichtigen Inhaltsstoffe.
Entgegen wissenschaftlich nicht belegter Behauptungen sind Grundlebensmittel nach wie vor
prinzipiell geeignet zur bedarfsgerechten Ernährung.
Die individuell erreichte Ernährungsqualität hängt von der Ernährungsweise ab.
Im Gegensatz zu früheren Zeiten wird Essen heute vielfach unter dem Gesichtspunkt Genuss
und weniger unter dem Aspekt Gesundheit oder Bedarf des Körpers gesehen.
Dies betrifft nicht nur die Lebensmittel- und Getränkeauswahl, sondern auch die
Mahlzeitenverteilung und Gestaltung. Nahrung wird zunehmend außer Haus oder
vorproduziert eingenommen.
Im (gesunden) Alltag erfolgt vielfach die Auswahl nach bekannten Energiegehalten von
Lebens-(oder Genuss-)mitteln, z.B. Kartoffeln, Schokolade. So wird Überernährung
vorgebeugt. Das folgende Beispiel zeigt, wie so Fehlernährung entstehen kann.
Tumorerkrankungen, auch neuroendokrine Tumoren verlaufen oft über längere Zeit
unauffällig. Auch im Zwischenintervall von Therapiemaßnahmen gibt es solche Phasen und
bei erreichter Heilung. Diese Phasen könnten für einen verbesserten Ernährungszustand
genutzt werden.
Folie Beispiel: Lebensmittelvergleich zwischen Kartoffel und Schokolade auf der Basis des
Energieausgleichs.
Ernährung bei gestörtem Essverhalten bei Tumorerkrankungen
Bei gestörtem Appetit- oder Essverhalten besteht ein besonderes Risiko die qualitativ und
quantitativ gute Ernährung.
In Zeiten mit Störungen des Appetits, mit Übelkeit, Erbrechen, kommt es z.T. schweren
Ernährungsmangelerscheinungen. Ursache kann das Tumorgeschehen an sich sein. Auch
Begleiterscheinung bei medikamentöser, operativer oder Strahlentherapie und
psychosomatische Reaktionen sind möglich. Massiver Gewichtsabnahme ist die Folge als
Ausdruck schwerer Mangelernährung. Vor allem eiweißhaltige Körpermasse, Muskulatur-,
Organgewebe, Blut-, sowie Hormon- und Enzymsysteme ist betroffen. In deren Folge führen
Störungen im Stoffwechsel zu weiterer Appetitlosigkeit mit den bekannten Folgen.
Katabolie und Kachexie schwächen auch die Immunabwehr. Der Patient spürt die abnehmende
Lebensqualität und Leistungsfähigkeit. Mangelnde körperliche Aktivität in dieser
Situation fördert die diese Abwärtsspirale.
Je größer das Ausmaß der Mangelernährung desto größer wird das Risiko für den
Patienten.
- Es gilt, frühzeitig und mit geeigneten Maßnahmen für ausreichende Ernährung zu
sorgen.
Ernährungsempfehlungen Nährstoff- und Energiezufuhr
Bedarfsgerechte Ernährung bei Tumorerkrankungen
Bezugsgrößen sind körperliche Voraussetzungen wie Körpergröße, Gewicht, Geschlecht,
Alter, körperliche Tätigkeit. Folie 11
- Eine differenzierte Ernährungsanamnese ermittelt die derzeitige
Ernährungsqualität, die Lebensmittelauswahl, dabei verzehrte Mengen einschließlich der
anteiligen Nährstoff- und Energiegehalte.
- Der Gewichtsverlauf innerhalb der letzten Wochen und Monate wird erfasst und in Relation
zum tatsächlichen Nährstoff- und Energiebedarf gesetzt.
- Nun wird mit dem Patienten ermittelt, was und wie viel er essen kann, anhand der
Nährwertkalulation kann wiederum die Differenz zum Soll festgestellt und definiert
werden.
- Falls der Patient nicht ausreichend essen kann, wird ärztlicherseits in Absprache mit
dem Patienten für geeignete Nahrungsergänzung gesorgt.
- Regelmäßige Zufuhr und Einhaltung der Mengen müssten zum prüfbaren Erfolg führen.
- Sicherlich sind immer wieder Anpassungen an die Situation nötig.
Folie: Ermittlung und Beurteilung des Energie- und Nährstoffbedarfs
Das individuelle Sollgewicht wird mit dem BMI (Körpergewicht/Körpergröße m²)
ermittelt, für Erwachsene gilt ein BMI 22-24. Abweichungen ach unten oder oben um 10-15%
sind Unter- oder Übergewicht.
Bei Gewichtsabnahme über 10% in 6 Monaten besteht immer eine
Mangelernährung. Bei Tumorkranken wird der Gewichtsverlauf verfolgt.
Cave:
Allein der Normalwert BMI zur Beurteilung des Ernährungszustandes ist ein Kunstfehler.
Viele Tumor-Patienten haben anfangs Übergewicht. Ein Gewichtsverlust wird deshalb leicht
zu übersehen, zumal der Betroffene meist froh ist, abzunehmen. Auch hier liefert der
Gewichtsverlauf Hinweise auf den Ernährungszustand. Übergewicht ist nicht
gleichbedeutend mit einem guten Ernährungszustand.
Der individuelle Energiebedarf
Beispiel:
Ein Mensch mit einer Körpergröße von 1,70 m mit 100 kg Gewicht hätte bei bei leichter
körperlicher Tätigkeit mit einem
- BMI 22-24 ein Sollgewicht von 63-70 kg einen Energiebedarf von 1800-2200 Kalorien
- BMI 35 ein Istgewicht 100kg einen Energiebedarf von 2500-3000 Kalorien
Würde er nach seinem Sollgewicht ernährt, ergibt sich rechnerisch ein Energiedefizit
zwischen 700 und 1200 Kcal, dies kann in 3 Monaten einen Gewichtsverlust von 10-17 kg
verursachen.
Unterstützende Maßnahmen und Hilfsmittel zur Behandlung von Fehl- und
Mangelernährung
Nahrungsmangel bzw. Fehl- und Unterversorgung sind zu verhindern, weil manifeste
Mangelzustände in bestimmten Fällen schwer behebbar sind. Das Körpergewicht kann meist
gesteigert werden. Für anabolen Ersatz von Körpermasse ist körperliches Training und
ausreichende Ernährung nötig.
Erhöhte Energiezufuhr sollte deshalb langsam gesteigert werden zur Vermeidung
überwiegender Vermehrung des Körperfettes.
Die Pharma- und Lebensmittelindustrie bietet vier Produkt-Gruppen zur Prophylaxe und
Behandlung der Fehl- und Mangelernährung an. Die Verwendung sollte zielgerichtet sein
(s.o.) und mit dem Arzt und/ oder ernährungsmedizinisch qualifizierten Fachpersonal
angepasst werden.
In schweren Fällen, wenn ausreichend orale Nahrungszufuhr nicht möglich ist, sollte vom
Arzt alternativ die künstliche Ernährung verordnet werden.
Leider fehlen für die Herstellung aller dieser Lebensmittelgruppen spezifische und
verbindliche lebensmittelrechtliche Vorgaben. Diese befinden sich z.T. in Vorbereitung.
Die einzelnen Produkte sind nur damit nicht standardisiert und so untereinander
austauschbar. Der wirksame Einsatz erfordert deshalb besondere Sachkenntnis.
- Produktgruppen
- Funktionelle Lebensmittel
- Nahrungsergänzungsmittel
- Bilanzierte Diäten
- Parenterale Ernährung
Funktionelle Lebensmittel sind Lebensmittel, die Zusätze enthalten,
die gesundheitliche Funktionen erfüllen.
Lebensmittel, die positiven Einfluss auf die Darmflora haben, werden je nach zugesetzter
Stoffklasse in Prä- und Probiotika eingeteilt. Deren Wirkstoffe sind Ballaststoffe und
rechtsdrehende Milchsäure.
Ballaststoffzusätze erfolgen auch in Lebensmittel, die wenig zur gesunden Ernährung
betragen können, z.B. in Molke, die oft auch Zucker- und andere Zusätze hat. Der Beitrag
zur Bedarfsdeckung, d.h. für die Gesundheit ist, wenn überhaupt, viel zu gering.
Rechtsdrehende Milchsäurebakterien enthält jeder Naturjoghurt. Ein echter Bedarf besteht
nicht.
Es gibt z.B. Fette, angereichert mit Phytosterinen, die einen erhöhten Cholesterinspiegel
senken helfen.
Omega-3-Fettsäuren werden sowohl Fetten als auch Brot und anderen Lebensmitteln
zugesetzt. Diese Zusätze sind nicht immer sinnvoll, zumal Veränderungen durch
Zubereitung deren Qualität verändern kann.
Gesunde Menschen nehmen die benötigte Menge der spezifischen Zusätze prinzipiell
günstiger mit natürlichen Lebensmitteln s.o. auf. Für Kranke ist dies oft nur
eingeschränkt möglich. Viele funktionelle Lebensmittel sind in der
Krankenernährung meist nicht sinnvoll (s.o.). Eine Mangelsituation ist
individuell festzustellen und zu behandeln.
Obwohl es bestätigte positive Wirkung für einzelne Produkte im Organismus gibt, ist eine
Empfehlung für die Ernährung allgemein nicht gerechtfertigt.
Die Lebensmittel sind oft teuer, aber nicht verordnungs- und erstattungsfähig.
Nahrungsergänzungsmittel mit ernährungsspezifischer Wirkung sollen
der gezielten Ergänzung der Nahrung mit Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen, Mineralstoffen,
Ballast-stoffen ermöglichen. Manchmal sind es auch Mixturen aus verschiedenen Stoffen.
Im Idealfall stellt der Arzt den Mangel beim Patienten fest, so dass Art und Menge gezielt
ergänzt und der Erfolg überwacht werden kann.
Lt. Ernährungsbericht 2000 der DGE werden nur Jod, Calcium, Magnesium, Folsäure und
Vitamin D als kritische Stoffe definiert. Lediglich für Jod und Folsäure ist für
Gesunde die Substitution empfohlen, vor allem in der Schwangerschaft.
Für Kranke kann sich das anders darstellen, d.h. weitere Stoffe können nötig werden.
Nahrungsergänzungsstoffe werden über Pharmazie- und Lebensmittelhandel angeboten. Die
Verordnungsfähigkeit ist gesetzlich geregelt, sie sind nicht erstattungsfähig.
Bilanzierte Diäten (bekannter als künstliche Ernährung, Sondenkost,
Astronautenkost u.ä.)
Es handelt sich um speziell zur Krankenernährung hergestellte Flüssignahrung, die
getrunken oder mithilfe von Sonden (künstlich") in den Körper geleitet werden
können.
Die Produktpalette ist beträchtlich, die Nährstoffformel nicht in jedem Fall geeignet.
Es wird unterschieden in Standard-, Ergänzungs- und Spezialnahrung. Standardnahrung
entspricht der Nährstoffzusammensatzung für gesunde Ernährung lt. DGE. Bilanziert,
heißt mit ausreichendenden Vitamin-, Mineral- und Ballaststoffanteilen ist sie erst ab
einer Verzehrmenge von 1500 ml am Tag.
Der Patient profitiert, wenn der beabsichtigte Zweck exakt definiert ist, bedarfsgerecht
und regelmäßig zugeführt werden kann.
Unzureichende Produktkenntnis führt oft zu überhöhter Erwartung an diese Produkte. Am
häufigsten betrifft die Fehleinschätzung die zugeführte Energie- und Nährstoffmenge.
Beispielsweise enthalten 200 ml einer Nahrung max. 200-300 Kcal. Bilanziert heißt, dass
alle Nährstoffe im guten Verhältnis zur Energiemenge stehen. Für eine
bedarfsdeckende Ernährung müsste die 7-10fache Menge verzehrt werden.
Bilanzierte Ernährung als Zusatznahrung müsste die Grundernährung vollständig
ergänzen. Dafür wäre diese allerdings qualitativ zu bewerten.
Die Verordnungsfähigkeit ist gesetzlich geregelt und zur Vermeidung von
Unterernährung zur Behandlung bei onkologischen Erkrankungen zugelassen.
Die Krankenkassen übernehmen die Kosten.
Parenterale Ernährung wird über das venöse Blut in den Körper
geleitet. Sie wird eigens und nur für diesen Zweck hergestellt und bei Bedarf
ausschließlich auf ärztlicher Verordnung eingesetzt. Parenterale Ernährung ist
bilanziert. Sie kann auf spezifische medizinische Ernährungsbedürfnisse ausgerichtet
werden.
Die Verordnungsfähigkeit ist gesetzlich geregelt, die Behandlungskosten werden durch die
Krankenkassen übernommen.
Neuroendokrine Tumoren können über die dargestellten Beispiele
hinaus von ihrer Organmanifestation abhängige Unverträglichkeiten und spezifische
Ernährungskomplikationen aufweisen.
Mit einer Ernährungsumstellung oder -Anpassung kann oft Erleichterung erreicht werden.
Auch Schmerzen und Bekömmlichkeitsstörungen können durch Veränderung der
Lebensmittelauswahl oft gelindert werden. Oft sind Ernährungsanpassungen nur für eine
begrenzte Zeit nötig. Im Sinne der Lebensqualität wird empfohlen, mögliche
Einschränkungen immer wieder auf ihre Notwendigkeit zu prüfen.
Kleine unterstützende Hilfen können sein:
Wenn essen keine rechte Freude macht, nicht alleine zu essen, öfter weniger zu essen,
sich an alte Lieblingsgerichte zu erinnern, eine angenehme Atmosphäre beim Essen zu
schaffen und vieles mehr.
- Finden Sie sich nicht einfach mit Ihrem Leiden ab.
- Sprechen Sie in allen Fällen mit Ihrem Arzt.
- Die Ernährungsberatung bei professionell ernährungsmedizinisch geschulten Fachkräften
(staatl. gepr. Diätassistenten) kann ebenfalls weiter helfen.
Fazit:
Essen ist zwar nicht alles, aber ohne Essen (ausreichende Ernährung) ist alles nichts
(zumindest nicht ausreichend). |