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Formen von GEP-Tumoren
Das Karzinoid-Syndrom
- Lokalisation
- Das Karzinoid ist der häufigste GEP-Tumor. Fast 50% aller GEP-Tumoren sind Karzinoide.
Karzinoide können sich an verschiedenen Stellen des Verdauungssystems entwickeln.
Vorzugsweise sind sie in verschiedenen Abschnitten des Dünndarms lokalisiert. Der
Wurmfortsatz (Appendix), der Magen und der Dickdarm sind weitere bevorzugte
Entstehungsorte. Etwa 10% der Karzinoide kommen in anderen Organsystemen, z. B. in der
Lunge und im Thymus vor.
- inaktive Tumore
- Etwa 50% der Karzinoid-Tumoren sind funktionell inaktiv. Sie setzen keine Hormone frei.
Diese Karzinoide verursachen in der Regel erst spät im Verlauf der Krankheit Beschwerden.
Die Beschwerden - z.B. Bauchschmerzen, Gewichtsverlust oder Gelbsucht - sind
uncharakteristisch. Sie sind auf die Verdrängung benachbarter Organe oder Strukturen
durch den wachsenden Tumor zurückzuführen.
- aktive Tumore
- Hormonell aktive Karzinoide produzieren dagegen größere Mengen verschiedener Hormone.
Diese Hormone gelangen in die Blutbahn. In den ersten Stadien der Erkrankung entstehen
dadurch keine Beschwerden, weil die Leber diese Tumorhormone zu harmlosen Produkten
abbaut. Wenn die Funktion der Leber aber durch Tochterabsiedlungen (Metastasen) des
ursprünglichen Tumors beeinträchtigt ist, erhöht sich die Konzentration der Hormone im
Blut und es entwickelt sich ein sogenanntes Karzinoid-Syndrom. Die erhöhten
Konzentrationen der verschiedenen Hormone führen dann zu unterschiedlichen Beschwerden.
Tumoren, die für das Karzinoid-Syndrom verantwortlich sind, liegen meist im Dünndarm
(Jejunum, Ileum). Häufig finden sich hier auch mehrere Tumoren.
- Symptome und Beschwerden
- Die typischen Beschwerden für ein Karzinoid-Syndrom, die einzeln oder gemeinsam
auftreten können, sind:
| 1. |
Anfallsartige Gesichtsrötung (Flush), die
sich manchmal auf den gesamten Oberkörper ausdehnt und zum Teil von Herzklopfen und
Schweißausbrüchen begleitet wird |
| 2. |
Krampfartige Bauchschmerzen und
Durchfälle |
| 3. |
Herzbeschwerden |
| 4. |
Atembeschwerden |
- Die Häufigkeit des Auftretens dieser Beschwerden ist unterschiedlich. Am häufigsten -
d.h. bei über 80% der Patienten - treten Durchfälle auf. Es folgen Rötung mit etwa 50%,
Atembeschwerden mit 20% und schwere Atemnot mit 6%. Herzbeschwerden entwickeln sich
langsam und können zwischen 30% und 50% der Patienten mit einem Karzinoid-Syndrom
betreffen. Nach heutiger Auffassung, die aber noch nicht als sicher gilt, wird die
anfallsartige Gesichtsrötung durch gefäßaktive Stoffe wie Kallikrein, Substanz P und
Neuropeptid K verursacht. Die gleichen Hormone scheinen auch für die Atembeschwerden
verantwortlich zu sein. Durchfälle werden auf die Tumorhormone Serotonin und
Prostaglandin zurückgeführt. Das Serotonin scheint auch die Ursache für die Schädigung
der Herzklappen und die dadurch entstehenden Herzbeschwerden zu sein.
- Es treten Bauchschmerzen auf, wenn der oder die Tumoren das Darmlumen verlegen. Viel
häufiger sind Bauchschmerzen aber Folge einer Mangeldurchblutung des Darms. Die
Karzinoide oder deren Tochtergeschwülste im Bauchnetz setzen nämlich Stoffe frei, welche
zu einer Verengung (Sklerose) der Blutgefäße benachbarter Darmabschnitte führen. Der
Chirurg findet dann statt eines rosaroten, einen bläulich verfärbten Darm.
Mit freundlicher Genehmigung entnommen aus der
Patientenbroschüre GEP-Tumoren
der Novartis Pharma GmbH |