GEP-Tumoren
Alternative Bezeichnungen: Karzinoid, Apudom, Neuroendokriner Tumor, Neuroendokrines
Karzinom. Wir werden hier den Ausdruck GEP-Tumoren verwenden.
Mit dem Kürzel GEP werden in der medizinischen Fachsprache die hormonproduzierenden Gastro-Entero-Pankreatischen
Tumoren bezeichnet.
Die drei Buchstaben stehen für die Organe bzw. die Orte, an denen diese Tumoren sich am
häufigsten entwickeln:
| Gastro |
= |
Magen |
| Entero |
= |
Darm |
| Pankreas |
= |
Bauchspeicheldrüse |
GEP-Tumoren sind selten. Pro Jahr werden etwa 5 bis 10 neue Tumoren pro 1.000.000
Einwohner registriert - in der Bundesrepublik also nur 400 bis 800 neue Fälle pro Jahr.
Die GEP-Tumoren entwickeln sich aus hormonproduzierenden (endokrinen) Zellen, die überall
im Verdauungssystem vorkommen und die Aufgabe haben, bestimmte Stoffe zu produzieren, die
den Verdauungsprozess steuern.
Von ihrer Herkunft her gehören diese Zellen zum Nervensystem und von ihrer
Ausscheidungsfunktion her zu den inneren Drüsen. Daher werden sie neuroendokrine Zellen
genannt.
Die GEP-Tumoren, die sich aus solchen Zellen entwickeln, werden dementsprechend auch
als neuroendokrine Tumoren (abgekürzt NET) bezeichnet.
Ungefähr zwei Drittel der GEP-Tumoren sind funktionell inaktiv, d.h. sie schütten keine
Hormone aus, obgleich sie Hormone oder andere Stoffe enthalten, die für endokrine Zellen
typisch sind. Sie sind im Allgemeinen sehr klein und wachsen sehr langsam. Sie verursachen
über längere Zeit kaum Beschwerden.
Erst wenn ihr Wachstum weit fortgeschritten ist, kann es durch die Verdrängung
benachbarter Organe oder Gewebestrukturen zu Beschwerden kommen. Weil die typischen
Symptome fehlen, kann eine Diagnose oft erst lange Zeit, Jahre oder Jahrzehnte nach
Entstehung dieser Tumoren gestellt werden.
Etwa ein Drittel der GEP-Tumoren setzt aufgrund der Entwicklung aus
hormonproduzierenden Zellen Hormone oder Hormon-ähnliche Stoffe frei.
Man unterscheidet zuerst zwischen hormonbildenden Tumoren der Bauchspeicheldrüse
(Pankreas) und hormonbildenden Tumoren des Magen-Darm-Traktes, - letztere werden auch
Karzinoide genannt.
Je nachdem, welches Hormon ein derartiger Tumor produziert, kann er unterschiedliche
Beschwerden verursachen und wird in diesem Zusammenhang auch nach dem gebildeten Hormon
benannt.
Insgesamt teilt man die GEP-Tumoren in drei Gruppen ein:
| 1. |
Tumoren, die Hormone freisetzen (funktionell aktiv) |
| |
|
Gastrinom |
hormonbildende Tumoren
der Bauchspeicheldrüse |
| |
|
Insulinom |
| |
|
Glukagonom |
| |
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ViPom |
| |
|
Somatostatinom |
|
|
Karzinoid-Syndrom |
| 2. |
Tumoren, die kein Hormon freisetzen (funktionell inaktiv) |
| 3. |
Tumoren, im Rahmen einer Multiplen Endokrinen Neoplasie (funktionell aktiv
oder inaktiv) |
Eine andere Einteilung berücksichtigt den Ort ihrer Entstehung: Vorder-Darm,
Mittel-Darm, Hinter-Darm.
Mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. med. Rudolf
Arnold entnommen aus der
Patientenbroschüre GEP-Tumoren
der Novartis Pharma GmbH
Diese Broschüre kann kostenfrei über die BS-NET (030) 41 99 48 04 angefordert
werden. |